Schlagwort: Leid (Seite 1 von 7)

Der Notfall

Langsam entfernt sich der Rettungswagen vom Hof. Sie versucht, einen klaren Kopf zu bewahren und nun an das Notwendige zu denken. Badutensilien und Kleidung für ihn einpacken. Mitten in der Nacht ist es gar nicht so einfach, an alles zu denken, aber man kann sich die Notfälle ja nun mal nicht aussuchen. Auf der Fahrt zum Krankenhaus malt sie sich die schrecklichsten Szenarien aus. Was ist, wenn er sich dort in seinem geschwächten Zustand noch eine Lungenentzündung einfängt oder er hat sie schon. Was, wenn die Ärzte es nicht erkennen oder die Viren und Bakterien resistent sind und nicht mehr auf die Medikamente anschlagen? Man hört so etwas ja immer wieder. Düster blickt sie in die Zukunft. Die trauernde Witwe, das Haus, der Garten, die Tiere. Verzweiflung macht sich breit. Das Schlimmste ist, dass sie sich gar nicht verabschieden konnten. Es ging alles so schnell.
„Ah, da sind Sie ja. Sie können Ihren Mann gleich wieder mitnehmen. Wir haben ihm etwas Hustensaft gegeben. Es ist nur eine einfache Männergrippe“.
Copyrights Sabine Adameit

 
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Die Mauer

Schritt für Schritt
Baut sich die Mauer auf
Jene, die blockiert,
Die schützt und verwehrt,
Diese, die verhütet,
Dass Böses eindringt.
Die nicht zulässt,
Dass man dir wehtut,
Dich bewahrt,
Vor falschen Gefühlen,
Nichts eindringen lässt,
In deine zarte Welt,
Die keiner versteht,
Die so oft missverstanden
Und misshandelt wurde.
Sie behütet Dich vor Bösem
Und der Missgunst.
Dieser Schutzwall,
Gebaut aus Leid und Schmerz,
Kann Fluch und Segen sein.
Wer kann diese Mauer durchbrechen?
Kannst Du es?
Ich kann es nicht.
Copyrights Sabine Adameit

 
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Depression

Nichts ist wichtig
Blasse Farben
In Grau getränkt
Ich fühle mich nicht
Weiß nicht
Wie es mir geht
Warum ich
Soweit weg
Von mir bin
Wann habe ich
Mich verloren
In diesem schwarzen Loch
Der Kälte
Der Sinnlosigkeit
Der Apathie
Nichts tut gut
Nichts tut mehr weh
Gedanken verstummt
Seele weint
Sie schreit
Höre sie nicht
Und wenn, ist
Es auch egal
Nichts, nichts
An mich heranlassen
Körper versorgen
Wenn es denn
Sein muss
Erlöse mich
Lass mich nicht
So vegetieren
Keiner sieht es mir an
Dass ich nicht mehr lebe
Es gibt mich nicht mehr
Ich lebe in
Einer Schattenwelt
Nach außen
Spiele ich mit
Kann lächeln
Ohne Freude
Freundlich sein
Ohne Empfindung
Keiner hört
Meinen stummen Schrei
Mauern so hoch
Dass nicht einmal
Ich sie brechen kann.
Copyrights Sabine Adameit

 
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Menschlichkeit

We are all connected

In deiner Hand

Glück und Zufriedenheit
Können lethargisch machen
Können lähmen
Unglück und Leid
Soweit weg vom Alltag
Gewalt und Armut
Nur noch Erinnerung
Hunger Arbeitslosigkeit
Schmerzende Einsamkeit
Endlich weit weg
Doch nie vergessen
Immer in Erinnerung
Leid Not Trauer
Verzweiflung Versagen
Existenzangst Selbstzweifel
Ein Leben lang gekämpft
Immer wieder aufgestanden
Immer wieder neu angefangen
Und so viel gelernt
Freude und Trauer
Nah beieinander
Niemals Stillstand
Leben annehmen
Immer wieder
Den Kampf aufnehmen
Mit allen Anforderungen
Allen Unbilden und Glücksmomenten
Nichts möchte ich missen.
Wenn es mir nun gut geht
Werde ich niemals vergessen
Und mich umso mehr
Um Menschen bemühen
Die verzweifeln
Keine Kraft mehr haben
Hilflos und unverschuldet
Leiden müssen
Das Elend der Welt
Kann ich nicht verändern
Meinen Freunden
Meinen Nachbarn
Meinem Gegenüber
Meinen Mitbürgern
Reiche ich meine Hand
Egal welcher Nationalität
Welcher Hautfarbe
Oder Herkunft
Ich hätte nichts gelernt
Aus meinem Leben
Wenn ich nicht helfen würde
Obwohl ich es kann.
Ist das nicht
Der Sinn unseres Daseins?
Annehmen und geben können
Wie es die Situation erlaubt
Sich helfen lassen
Und unterstützen
Wenn ich die Kraft
Und die Möglichkeit habe
Diese Erfahrungen in
Einklang zu bringen
Das zeichnet das
Menschsein aus.
Copyrights Sabine Adameit

 
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Ein Platz im Herzen

Ein weiterer Riss im Herzen
Gefüllt mit erloschenen Kerzen
Noch hat es Platz
Für ein geliebtes Leben
Für einen weiteren Schatz
Für eine Liebe eben
Dieses endlos große Herz
Nimmt Verlust auf und Schmerz
Wärmt die Vergangenheit
Lindert das große Leid
Manchmal weint es leise
Und manchmal springt es vor Glück
Manchmal geht es auf die Reise
Aber es kommt immer zurück
Es bewahrt die Erinnerungen
In allen Facetten
Ob von ewiger Liebe gesungen
Oder von Erfahrung in Ketten
Herz nimmt auf
Deinen Lebenslauf
Herz schlägt solange
Bis der Atem vergeht
Wir,  Wange an Wange
Auch wenn es stillsteht.
Copyrights Sabine Adameit

 
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