Autor: Sabine Adameit (Seite 83 von 156)

Ein neues Gewand

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Mit lautem Getöse die Geister vertrieben
Unschuldiges Weiß hüllt es ein
Unser blutiges Land
Frische Stille herrscht nun
Übertönt die Schreie
Von Tod und Schmerz
Von Leid und Hunger
Mond formt sich in schlankem Gewand
Ein erneuter Versuch
Die Sichel der Zuversicht
Das Jahr ist jung, voller Hoffnung
Überschwang und Sehnsucht
Nach Frieden und Ruhe
Erinnerungen an das vergangene Jahr
Gestalten neue Vorsätze
Wir werden unsere Fehler nicht wiederholen
Weil wir es besser machen
Nun endlich
Wir haben gelernt
Wir haben bereut
Wir haben verstanden
Dieses Jahr wird alles anders
Copyrights Sabine Adameit

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Ein bißchen Frieden

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Little big world

Weihnachten 1944
(Als ich keinen Urlaub bekam)

Wenn es in der Welt dezembert
und der Mond wie ein Kamembert
gelblich rund, mit etwas Schimmel
angetan, am Weihnachtshimmel
heimwärts zu den Seinen irrt
und der Tag stets kürzer wird –
sozusagen wird zum Kurztag –
hat das Christkindlein Geburtstag!

Ach, wie ist man dann vergnügt,
wenn man einen Urlaubt kriegt.
Andrerseits, wie ist man traurig,
wenn es heißt: „Nein, da bedaur ich!“

Also greift man dann entweder
zu dem Blei oder der Feder
und schreibt schleunigst auf Papier
ein Gedicht, wie dieses hier:

Die Berge, die Meere, den Geist und das Leben
hat Gott zum Geschenk uns gemacht;
doch uns auch den Frieden, den Frieden zu geben,
das hat er nicht fertiggebracht!

Wir tasten und irren, vergehen und werden,
wir kämpfen mal so und mal so …
Vielleicht gibt’s doch richtigen Frieden auf Erden?
Vielleicht gerade jetzt? – – Aber wo? …

Heinz Erhardt

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