Schlagwort: Gewalt (Seite 2 von 7)

Alles vergessen

Noch gar nicht lange her

da gab es Leid, Schmerzen,
Hass und Gewalt.
Mensch zerstört Heimat
im Namen des Volkes.
Mensch hungert,
Mensch darbt,
verliert alles.
Seinen Glauben an das Vaterland,
seinen Glauben an das Gute.
Mensch muss mitansehen,
wie alles zerstört wird,
im Namen eines Vaterlandes,
das nie eins war.
Im Namen von Führern,
die ihrem Machtwahn
das Wohl des Volkes,
seiner Menschen opfert.
Nach gerade einmal
70 Jahren ist alles vergessen.
Der Schrei nach dem Vaterland,
dem Menschen nichts wert sind,
ist wieder da.
Wieder geht es nur um eigene Pfründe,
um Stolz auf etwas,
das nicht wir erarbeitet haben,
sondern unsere Vorfahren,
Menschen, die noch wussten,
was Moral, Ethik
und Stolz bedeuten.
Unsere Familien,
die noch lebten,
was Stolz wirklich beinhaltet.
Eigenes erarbeitet, erschaffen,
aus eigener Kraft.
Mutiert nun zum falschen
Stolz auf ein Land,
Mit ewig Unbelehrbaren
Für die man sich schämen muss,
die nichts gelernt haben,
aus den Fehlern,
die dumpfer Nationalstolz verursachen kann.
Armes, bedauernswertes Deutschland,
du reiches, freies Land.
Wird sich deine Geschichte wiederholen?
Ist denn alles vergessen?
©Sabine Adameit

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Der nette Nachbar

Lonely

Es ist so langweilig nach der Schule. Er nimmt seinen Ball und bolzt ihn gegen die Wand an den Garagen des Hochhauses. Die Kinder hier sind alle schon älter. Sie wollen nicht mit ihm spielen. Die Eltern sind noch auf der Arbeit. Die meisten Nachbarn regen sich immer fürchterlich auf, wenn er hier spielt. Wegen des Lärms, sagen sie. Einen Spielplatz gibt es hier nicht. Was soll er denn sonst machen? 

Vielleicht kommt ja heute wieder der einzig nette Nachbar zu mir. Er hat ein Moped und nimmt mich manchmal mit. Er hört mir zu und er mag mich, glaube ich. Meine Schulkameraden sind mir meistens zu albern. Mit ihm kann ich ganz gut reden, so, wie ich mir einen Freund vorstelle, obwohl er reichlich älter ist. Er ist fast so alt, wie meine Eltern. Egal, es gibt also auch nette Erwachsene. 

 
„Hallo Stefan, ich will mal wieder eine kleine Tour machen. Willst du mit?“
Freudig begrüßte ich ihn. „Hallo Mark, ja klar, gerne“
Es war ein strahlender, warmer Herbsttag. Er gab mir einen Helm und schon gings los. Wir fuhren raus aus der grauen Stadt. Ein tolles Gefühl, so schnell auf der Landstraße zu fahren. Die Bäume rasten an mir vorbei. Sie dufteten so schön, ganz anders, als dieser Gestank in der Stadt. Ich fühlte mich sehr erwachsen. Ich bin nicht sicher, ob meine Eltern mir das erlaubt hätten. Aber sie müssen ja nicht alles wissen. Im Nachbarort spendierte er mir ein Eis. Vanille mit Schokoladensoße. Ich wollte gar nicht mehr nach Hause, aber Mark meinte, nun sollten wir zurückfahren. Die Rückfahrt machte mich etwas traurig. Zuhause bin ich wieder alleine. Dort ist es langweilig.
„Willst Du mit zu mir kommen, oder musst Du nachhause?“ „Ich habe noch Zeit, meine Eltern kommen erst in zwei Stunden nachhause“, sagte ich. „Na dann können wir ja noch etwas Musik bei mir hören“, meinte Mark. 
„Zieh doch deine Jacke aus, Junge. Machs dir gemütlich“. In seiner kleinen Wohnung gab es kein Wohnzimmer. Er bot mir einen Platz auf seinem Bett an. Er hatte eine riesige Plattensammlung. Zu jeder Platte erzählte er mir eine Geschichte. Ich war begeistert. Er saß dicht neben mir und legte seinen Arm um mich.

 
„Was ist denn mit dir? Du bist so still heute. Du ißt ja gar nicht. Schmeckt es dir nicht?“ fragte meine Mutter besorgt, als wir beim Abendessen saßen. Ich schüttelte stumm den Kopf und kämpfte mit den Tränen. „Was hast du denn heute so getrieben?“ „Nichts“, antwortete ich kurz und ging in mein Zimmer. Vor Schmerz und Scham würde ich am liebsten sterben.
Copyrights Sabine Adameit

 
 
 

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Misshandlung

Was geht in dir vor
Wenn du dein Kind
Schlägst und misshandelst
Wie fühlst du dich
Wenn es schreit
Wimmert und bittet
Um Liebe, um Obhut
Wer bist du
Dass du dich an
Hilflosen vergehst
Du hast es
Nicht anders gelernt
Du wurdest verletzt
In deiner Kindheit
Sie haben dir
Schrecklichkeiten angetan
Du spürst dich
Nur im Schmerz
Nun gibst du ihn an
Deine Kinder weiter
Anstatt dich
Aus deinen Fesseln
Zu befreien
Denke an
Deine Qualen
Erbarme dich deiner
Und der wehrlosen Kinder.

Copyrights Sabine Adameit

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Gedanken eines Pädophilen

Misshandlung

Vorwort:

Dieser Text soll die kranken, wirren Gedanken eines Pädophilen aufzeigen, die seine Taten vermeintlich entschuldigen, erklären und in seinen Augen rechtfertigen.

Zarte blühende Lippen
Berühren meinen welken Körper
Dieser Genuss den
Kleinen Körper zu spüren
Unerfahren und unschuldig
Liebt er mich
Ich fühle mich jung
Ich fühle mich frei
Er gibt mir Kraft
Dieser kleine Mensch
Zart und weich
Willenlos, formbar
Verfügbar, benutzbar
Manchmal überkommt
Mich die Scham
Doch die Lust
Die Begierde
Ist zu stark
Er will es doch
Ich tue ihm
Nichts Böses an
Ich liebe ihn doch
Will nur Zärtlichkeit
Ein bißchen Liebe
Das kann doch
Keinem schaden
Was wollt ihr von mir
Ich begehre die Unschuld
Ich will nur Liebe
Etwas Zärtlichkeit
Frauen verachten mich
Männer verhöhnen mich
Ich bin kein Mann
Sagen sie
Kinder respektieren mich
Sie lieben mich
Und ich
Liebe sie.
Copyrights Sabine Adameit

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Terror I

Terror

Ein schönes Gefühl
Zu wissen
Dass unsere Demokratie
Andersdenkende zulässt.
Erschreckend jedoch
Wenn Kriminelle
Dieses Recht aushebeln
Um Randale zu machen
Und Terror zu verbreiten
Demonstration und Streik
Gehören zum Grundrecht
Krawall und Terror
Bleiben kriminell.
Copyrights Sabine Adameit

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