Schlagwort: Krieg (Seite 4 von 6)

Fremder

Mercy

Mercy

Ein Fremder steht vor deiner Tür
Er sieht nicht aus , wie du
Er hat einen dunklen Teint
Schwarze Locken, tiefbraune Augen
Er fragt, ob du Arbeit für ihn hast
Er will kein Geld,
Er hat Hunger und
Braucht ein Dach über dem Kopf
Weist du ihn zurück?
Schließt du die Tür
Schließt du dein Herz?

Ein Fremder steht an der Grenze
Viel zu leicht bekleidet
Für dieses Land und sein Klima
Er hat kein Gepäck,
Seine Familie steht zitternd hinter ihm
Er hat keine Papiere
Er ist geflohen und froh,
Dass er überlebt hat
Ihr schließt eure Grenzen
Und nennt euch EU?

Unternehmer, Politiker
Ihr habt Familie
Wie dieser Fremde
Ihr habt ein Herz
Ihr liebt , ihr leidet
Ihr seid Menschen
Warum macht ihr aus eurem Herzen
Eine Mördergrube
©Sabine Adameit

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Einfach abschalten

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Im Garten sitzen, Sonne und Abendstimmung genießen, tief Luft holen, Natur einsaugen.
Doch die Nachrichten holen mich ein. Tablet und Handy informieren mich über die neuesten Schrecklichkeiten. Kann man wirklich noch abschalten, relaxen, genießen, angesichts des Elends in dieser Welt, das einen immer und überall daran erinnert, dass nichts, aber auch gar nichts in Ordnung ist.
Darf man sich in diesen Zeiten einfach zurücklehnen und genießen, weil man selber nicht direkt betroffen ist? Kann man sich diesem Elend entziehen? Ich kann diese Not, den Krieg, diese Grausamkeiten nicht verhindern, aber irgendwie fühle ich mich immer mitschuldig, wenn Menschen Anderen Leid zufügen. Ich gehöre nun mal zu dieser Spezies. Ich bin zwar für deren Tun nicht verantwortlich, aber ich frage mich dennoch, was macht Menschen zu Tätern, Attentätern, Amokläufern, Kriegstreibern, Hetzern, Rassisten?
Wir haben doch alle dieselben Wurzeln. Wir bestehen darauf, dass wir uns durch Bewusstsein und Verstand abheben von den angeblich so brutalen, animalischen Tieren. Manchmal denke ich, Tiere haben den Menschen einiges voraus. Aber ich schweife ab.

Ich will entspannen, abschalten. Es gelingt mir nicht. Die Nachrichten sind allgegenwärtig. Vorbei die Zeiten, wo man um 20 Uhr die Nachrichten anstellte, sie waren weit weg. Dann gab es wieder das eigene kleine Leben.
Heute informiert mich mein Smartfon über alles, was gerade in dieser Welt geschieht. Ich kann mich dem nicht entziehen, es sei denn, ich stelle mein Handy aus, aber das geht ja gar nicht.
Was haben wir bloß früher ohne diesen Zeitsauger gemacht? Heute kriege ich schon einen kleinen Panikanfall, wenn ich zum Einkaufen fahre und ich ihn vergesse. Ich bin nicht erreichbar und ich kann keinen erreichen, wenn irgendetwas passiert. Unvorstellbar!
Wie hat sich unser Leben verändert. Wie hat sich unsere Lebensqualität verändert. Ist das wirklich eine positive Entwicklung? Egal, man kann sie nicht mehr zurückschrauben. Sie hat, wie immer ihre Vor- und Nachteile. In der Welt tobt der Krieg, die Not, das Leid und alles findet hier direkt bei mir zuhause statt, wenn ich es an mich heran lasse. 

Aber ich will jetzt mal abschalten. Ich will genießen.

Ich sitze im Garten und genieße die Stille, die Ruhe.
Und ich danke Gott, dass es mir so unvorstellbar gut geht.
©Sabine Adameit

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Ich halte das nicht mehr aus

Terror II

Terror

Redaktionen werden überfallen Menschen gelyncht
Hotelgäste werden in ihrem Urlaubsort erschossen
Harmloses Feuerwerk in Nizza wird zum Massaker
Kinder werden im Namen einer wirren
missverstandenen Religion massenweise entführt
Norwegen ist im Schockzustand
weil ein Verrückter Jugendliche auf einer Insel niedermetzelt
Obdachlose werden zu Tode getrampelt
Flüchtlingsheime brennen
Nazis bevölkern wieder lauthals die Straßen
Türken bejubeln einen Diktator
USA wählt einen Psycho zum Präsidentschaftskandidaten
Nach Solidarność nun ein starker Rechtsruck in Polen
Österreich noch rechter denn je
Putin macht aus Russland eine Monarchie
England wählt den Brexit
und einen rechtsradikalen Außenminister
EU schließt die Grenzen
Ich halte das alles nicht mehr aus
Ich verzweifle
Was macht ihr aus dieser schönen Welt?
©S.Adameit

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Ich weine

Ich weine

Ich weine

 

Schwarzer Himmel
die ersten Sterne im Dunkeln.
Mond gibt alles
in voller Größe,
Runde und Schönheit.
Ich sitze hier im Garten
und darf diese Schönheit bewundern.
Ein Krimi zeigt gerade sehr realistisch,
wie Kinderhandel in höchsten
Kreisen ganz normal abläuft.
Erdogan hat gerade 36.000
Dozenten und Studenten verhaftet
bzw. des Amtes enthoben.
Ein Mensch hat heute mit einer Axt
Menschen getötet und verletzt.
Beim Feuerwerk in Nizza
wurden Hunderte von Menschen
von einem Menschen in einem LKW überrollt.
Mir geht es so gut.
Ich lebe in einem freien Land.
Ich wohne sicher.
Mir kann nichts passieren,
aber ich weine.
Ich weine jeden Tag,
wenn ich die Nachrichten höre.
Kinder werden misshandelt,
Tiere gequält,
auf you tube und Facebook
kann man alle Grausamkeiten verfolgen.
Jeden Tag Nachrichten
über misshandelte Menschen,
verrückte Machtinhaber,
die ihre Allgewalt ausnutzen
und sei es im Namen eines Putsches.
Jeden Tag brennen Flüchtlingsheime,
jeden Tag ertrinken Menschen,
weil sie vor Krieg fliehen,
jeden Tag werden Menschen erschossen,
misshandelt, vergewaltigt,
im Namen einer Religion,
eines Führers,
eines „Vaterlandes“.
Ich sitze hier
und bewundere den Mond,
still und beruhigend,
Vertrauen einflößend.
Weit weg, strahlend,
beruhigend, er sieht auf unsere Welt
und bleibt kühl und neutral.
Heute abend bleibe ich es auch.
Ich genieße einfach,
was Gott uns geschenkt hat.
Aber ich weine,
was wir aus dieser Welt
gemacht haben.
©S.Adameit

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Was haben wir falsch gemacht


Nazis.jpg

 

In der Schule wurde mir der Nationalsozialismus vermittelt.
Es hat mich so beeindruckt,
dass ich keine Deutsche mehr sein
und meinen Pass abgeben wollte.
Ich habe es dann doch nicht gemacht,
weil ich nach Indien reisen wollte.
Ein deutscher Pass ist für das Visum doch ganz hilfreich.
Ich habe mich damals geschämt, Abkömmling solcher Bestien zu sein.
Sogar mein Vater war als Pimpf begeistert von dem Pack.
Aber er hat gelernt. Als 14jähriger hatte er kaum eine Chance
diesen Fanatismus zu durchschauen.
Für ihn war es eine Art Pfadfindergemeinschaft,
ein Zugehörigkeitsgefühl, was er bis dahin nicht kannte.
Bis er dann an die Front musste.
Da kamen dann doch leise Zweifel.
Schwer verletzt wurde er von einem Priester gerettet
und merkte, welch Scharlatanen er aufgesessen war.
Meine Familie floh aus Ostpreußen
mit Nazis hatten sie nichts am Hut,
sie mussten nur unter ihnen leiden.
Das ist alles lange her.
Diese Familie lebt nicht mehr.
Ich lebe weiter mit diesem Hintergrund, mit diesem Wissen.
Ich war so sicher, dass man aus dieser Historie gelernt hat.
Ich war so sicher, dass wir nur noch für den Frieden leben wollen.
Ich war so sicher, dass so etwas nie, nie wieder geschieht.

Was haben wir falsch gemacht?

Wie können gerade ältere Menschen,
die diese Vergangenheit zwar nicht mehr persönlich,
aber über die Familie erfahren haben,
heute wieder nach einer starken Führung schreien.
Demokratie verteufeln und Menschen in Kategorien einordnen,
wie früher Juden = „Untermenschen“ etc.?
Was haben wir bloß falsch gemacht,
dass heute Menschen auf ihr Vaterland stolz sind, wenn sie
„besorgt und aufrecht“, Menschen verurteilen,
verachten, diskriminieren, abklatschen?
Menschen aufgrund von Glauben oder Hautfarbe
jede Existenz absprechen, sie als nicht zugehörig empfinden,
ihnen unterstellen, sie könnten unsere freie Gesellschaft zerstören?
Heute muss ich mich wieder schämen.
Heute könnte ich wieder meine Staatsbürgerschaft abgeben.
Heute darf ich nicht schweigen, wie es früher geschah.
Heute wird alles, wofür wir nach dem Krieg einstanden,
ad acta gelegt. Zur Farce gemacht.
Alles vergessen, nichts gelernt,
nichts vermittelt.
Was haben wir falsch gemacht?
©S. Adameit

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