Schlagwort: Verlust (Seite 1 von 2)

Hoffnung

Du glaubst an Werte
An Worte
An Menschen
An die Liebe
Glaube ist Hoffnung
Sie wird enttäuscht
Immer wieder
In diesem Leben
Und dennoch
Gib sie nicht auf
Nicht immer
Sind Worte leer
Hoffnung, Liebe
Nicht erfüllt
Werte verändern sich nicht
Zumindest sollten
Wir nicht zulassen
Dass sie verloren gehen
Hoffnung, Liebe
Wird es immer geben
Manchmal findet sie
Ersehnte Erfüllung
Mit der Entäuschung
Lernen wir zu leben.
Copyrights Sabine Adameit

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Verlierer oder Gewinner

Wenn ich verliere
Was verliere ich dann eigentlich?
Meinen Stolz
Meine Überzeugung?
Wird meine Leistung
Nicht anerkannt?
Waren meine Argumente
Meine Taten
Nicht überzeugend?
Wenn ich verliere
Gewinne ich an Einsicht
Lerne begreifen
Erkenne meine Fehler
Ist Verlieren ein Verlust
An Selbstachtung
Oder Gewinn an Selbsterkenntnis
Jeder Verlust
Jedes Verlieren
Ist eine Chance
Eine Aufforderung
An mich
Eine Chance
Zur Reflektion
Zur Fehlersuche
Zur Erkenntnis
Somit immer auch
Ein Gewinn.
Copyrights Sabine Adameit

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Trauer

Trauer kann so vielfältig sein
Menschen, die mir fehlen
Zu allererst
Trauer um so vieles
Was ich falsch gemacht
Nie wieder gutmachen kann
Auch wenn es eher Reue ist
Es tut mir leid
Trauer hat viele Gesichter
Scham, Demut
So vieles macht mich traurig
In diesem Leben
Eigenes Fehlverhalten
Unverschuldeter Verlust
Aber auch
Die Erkenntnis
Dass Menschen nicht mehr
In der Lage sind
Sich um Andere zu kümmern
Ihr Leid über
Das Eigene zu stellen
Sich zu engagieren
Sich zu kümmern
Um Menschen
Denen es noch schlechter geht
Ihre Stimme zu erheben
Wenn Unrecht geschieht
Trauer um vergangene Werte
Die uns gelehrt wurden
Mitgefühl, Liebe
Menschlichkeit,
Trauer um eine
Vergangene Kultur
Der Christlichkeit und
Nächstenliebe
Der Hilfsbereitschaft
Und der Ehre
Die mittlerweile so
Falsch verstanden wird
Wie so viele Begriffe
Der Vergangenheit
Moral, Ethik
Heute nur noch fehlinterpretiert
Und missverstanden
Dabei weiß doch jeder
Worum es wirklich geht
Es geht um Menschlichkeit
Kultur und Sozialisierung
Ich trage Trauer
Weil diese Begriffe vergewaltigt
Und missbraucht werden.
Leider so oft
Sogar von Christen.
Copyrights Sabine Adameit

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Ein ungebetener Gast

cat

Leaving

Er schleicht sich ein
Ohne anzuklopfen
Steht er plötzlich da
Macht sich breit
Schweigend. Ist er
Bedrohlich oder freundlich
Beängstigend oder erlösend
Er nimmt sich Zeit
Spielt mit Hoffen und Bangen
Angst und Hilflosigkeit
Mit Lebenswillen und Schwäche
Soll ich mich anfreunden
Mit dem Erlöser
Oder mich wehren
Gegen sein Erscheinen
Nehme ich ihn an
Oder wehre ich mich gegen ihn
Versuche, ihm zu entreißen
Was er sich holen will?
Mein Flehen, meine Tränen
Beeindrucken ihn nicht
Er ist unerbittlich
Er läßt sich nichts anbieten
Ich kann ihn nicht überreden
Seinen Entschluss zu ändern
Ich sehe ihn nicht
Ich spüre ihn
Er ist in allen Räumen
So plötzlich
Immer unerwartet
Es ist so kalt
Wenn er in meiner Nähe ist
Er bringt Trauer, Verzweiflung
Aber auch Frieden
Doch er bleibt ein ungebetener Gast
Der Tod.
Copyrights Sabine Adameit

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Wir leben

Mercy

Zerstörung

Alles zerstört
Die Bombe schlug direkt in mein Wohnzimmer ein
Ich war mit den Kindern gerade draußen,
Als ich den Einschlag hörte
Rannte ich mit ihnen nachhause
Unsere Wohnung lag in Schutt und Asche
Meine Frau und meine Mutter konnte ich nicht mehr retten
Kaum wiederzuerkennen
Waren sie unter den Trümmern
Meine Kinder schrien
Ich konnte sie kaum beruhigen
Wir gingen zu meiner Schwester
Sie ist verschont geblieben
Ohnmächtig vor Schmerz
Versuche ich, die Kinder zu trösten
Was soll ich nun tun
Wo sollen wir hin?
Meine Schwester nimmt uns auf
Aber sie hat nicht genug Platz für uns
Wir sind so dankbar
Dass sie uns eine Bleibe gibt
Aber ich kann es ihr nicht zumuten
In einer 3 Zimmer Wohnung
Mit zehn Menschen
Sie hat ja auch ihre Familie
Die Bombardierung hört nicht auf
Wir sind hier nicht sicher
Wir müssen hier raus

Ich habe jemanden kennengelernt
Der uns helfen will
Weg von diesen Schrecklichkeiten
Raus aus diesem Horror
Wir können einen Platz bekommen
In einem Boot in die Freiheit
Weg von diesem Krieg
Egal wohin
Hauptsache raus aus diesem Terror
Ich muss an meine Kinder denken
Sie sollen leben
Sie brauchen eine Chance
Ich habe hart gearbeitet und
Konnte etwas ansparen
Ich hebe mein ganzes Geld ab
Und bezahle für die
Fahrt in die Freiheit
Ich weiß, es wird gefährlich
Aber hier ist die Gefahr unvergleichlich größer
Wir gehen aufs Boot
Unsere einzige Chance
Vor den Bomben kann ich mich nicht retten
Sie fallen mittlerweile mehrmals täglich
Unberechenbar, tückisch, tödlich
Es ist reine Glücksache
Von ihnen nicht getroffen zu werden
Schlimmer kann es auf dem Boot nicht werden
200 Menschen auf einem zehn Meter Boot
Die Enge ist kaum zu ertragen
Aber hier fallen keine Bomben
Ich habe das Richtige getan
Nur für meine Kinder
Ich wäre lieber Zuhause geblieben
Und hätte meine Frau
Meine Mutter beerdigt
Aber auch Friedhöfe werden bombardiert
Meine Welt, mein Zuhause gibt es nicht mehr
Ich darf keine Trauer zeigen
Ich muss  stark sein
Sturm, Hunger und Durst
Menschen die vor Angst schreien
Ich nehme meine Kinder in den Arm
Und erzähle Geschichten
Von einer schönen neuen Welt
In der es kein Leid
Keinen Hunger, keine Not gibt
Keine Bomben, keine Gefahr
Ihre Augen strahlen
Wenn ich die neue Welt schildere
Ihre Tränen trocknen
Und ich glaube selber
Was ich ihnen erzähle
Obwohl ich weiß
Dass es diese schöne neue Welt nicht gibt
Das Unwetter haben wir überstanden
Land in Sicht, haben wir es geschafft?
Wir leben, alles ist gut
Copyright Sabine Adameit

 

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