Schlagwort: Vertrauen (Seite 1 von 2)

Der nette Nachbar

Es ist so langweilig nach der Schule. Er nimmt seinen Ball und bolzt ihn gegen die Wand an den Garagen des Hochhauses. Die Kinder hier sind alle schon älter. Sie wollen nicht mit ihm spielen. Die Eltern sind noch auf der Arbeit. Die meisten Nachbarn regen sich immer fürchterlich auf, wenn er hier spielt. Wegen des Lärms, sagen sie. Einen Spielplatz gibt es hier nicht. Was soll er denn sonst machen? 

Vielleicht kommt ja heute wieder der einzig nette Nachbar zu mir. Er hat ein Moped und nimmt mich manchmal mit. Er hört mir zu und er mag mich, glaube ich. Meine Schulkameraden sind mir meistens zu albern. Mit ihm kann ich ganz gut reden, so, wie ich mir einen Freund vorstelle, obwohl er reichlich älter ist. Er ist fast so alt, wie meine Eltern. Egal, es gibt also auch nette Erwachsene. 

 
„Hallo Stefan, ich will mal wieder eine kleine Tour machen. Willst du mit?“
Freudig begrüßte ich ihn. „Hallo Mark, ja klar, gerne“
Es war ein strahlender, warmer Herbsttag. Er gab mir einen Helm und schon gings los. Wir fuhren raus aus der grauen Stadt. Ein tolles Gefühl, so schnell auf der Landstraße zu fahren. Die Bäume rasten an mir vorbei. Sie dufteten so schön, ganz anders, als dieser Gestank in der Stadt. Ich fühlte mich sehr erwachsen. Ich bin nicht sicher, ob meine Eltern mir das erlaubt hätten. Aber sie müssen ja nicht alles wissen. Im Nachbarort spendierte er mir ein Eis. Vanille mit Schokoladensoße. Ich wollte gar nicht mehr nach Hause, aber Mark meinte, nun sollten wir zurückfahren. Die Rückfahrt machte mich etwas traurig. Zuhause bin ich wieder alleine. Dort ist es langweilig.
„Willst Du mit zu mir kommen, oder musst Du nachhause?“ „Ich habe noch Zeit, meine Eltern kommen erst in zwei Stunden nachhause“, sagte ich. „Na dann können wir ja noch etwas Musik bei mir hören“, meinte Mark. 
„Zieh doch deine Jacke aus, Junge. Machs dir gemütlich“. In seiner kleinen Wohnung gab es kein Wohnzimmer. Er bot mir einen Platz auf seinem Bett an. Er hatte eine riesige Plattensammlung. Zu jeder Platte erzählte er mir eine Geschichte. Ich war begeistert. Er saß dicht neben mir und legte seinen Arm um mich.

 
„Was ist denn mit dir? Du bist so still heute. Du ißt ja gar nicht. Schmeckt es dir nicht?“ fragte meine Mutter besorgt, als wir beim Abendessen saßen. Ich schüttelte stumm den Kopf und kämpfte mit den Tränen. „Was hast du denn heute so getrieben?“ „Nichts“, antwortete ich kurz und ging in mein Zimmer. Vor Schmerz und Scham würde ich am liebsten sterben.
Copyrights Sabine Adameit

 
 
 

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P.S. Ich liebe Dich

Finally

Wie im Film
Begann unsere Liebe
Ganz einfach
Wir zwei
Gesucht? Nein
Aber dennoch gefunden
Dann fängt das Leben an
Alltag beginnt
Der Film hört auf
Zwei gelebte Leben
Prallen aufeinander
Aus Hoffnung und Verzweiflung
Gelebten Enttäuschungen
Mit Erwartung
Und Interpretation
Aus der Vergangenheit
Mit Erinnerungen, Vergleichen
Und Verletzungen
Zwei Welten
Begegnen sich
Das Einzige
Immer wieder neu,
Sich einlassen
Eine Chance geben
Was sie ver-bindet
Ist einfach nur
Die Liebe
Finally
Copyrights Sabine Adameit

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Wir

dancing-in-the-rain

Dancing in the Rain

Unser kleiner Frieden
Hüllt uns ein
Wie die sanfte Nacht
Arm in Arm
Lassen wir uns verwöhnen
Wallender Wind
Küsst uns zärtlich
Nicht immer einig
Aber immer füreinander da
In unserem kleinen Nest
Jeden Augenblick schlürfen
Jeden Tag genießen
Du bist die Sonne
Ich bin der Mond
Ich schenk dir die Sterne
Du mir den Morgen
Mit deinem Lächeln
Mit deiner Liebe
Das größte Geschenk
Wenn zwei sich finden.
Copyright S. Adameit

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Ein kleines Wunder

 

Nach so vielen Jahren der Einsamkeit,
Abgeschiedenheit und Flucht
Lassen wir uns ein
Auf einen anderen Menschen
Unverhofft, ungeplant
Es ergab sich
Weil vom Schicksal bestimmt
Zwei einsame Seelen
Die sich verkrochen
Finden sich
Wie lange suchten wir uns schon
Ohne es zu wissen
Lassen wir uns ein
Auf Fremdes, Neues, Unbekanntes
Und dennoch ist es so vertraut
Als ob wir uns schon lange kennen
Verschiedenheit belächeln
Gemeinsamkeiten bestaunen
Unbekanntes ohne Fremdeln
Sinne im Einklang
Gedanken ohne Worte
Gefühle im Einklang
Nach so langer Zeit
Unerklärlich, unerwartet
Nicht mehr erhofft
Und dennoch erfüllt
Nach so langer Zeit
Finden sich zwei Seelen
Teilen ihr Leben
Fügen und einen sich
Als ob sie sich
Schon immer kannten
Ein kleines Wunder
Ist geschehen.
Copyright S. Adameit

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Mond

Nights in White Satin

Moon

Strahlender Mond
Im Dunst der Nacht
Ungetrübt ist deine Kraft
Zeigst mir den Weg durchs Dunkel
Meiner Zweifel und Fragen
Führst mich
Legst deine Hand in meine
Hüllst mich in deinen Schimmer
Still und ruhig
Voller Zuversicht
Gehst du mit mir
In das Unbekannte
Nimmst mir die Angst
Gibst mir Sicherheit
Fragen werden unwichtig
Probleme so nichtig
Alles ist so einfach
Und so klar
Wenn du bei mir bist
Mir Vertrauen gibst
Und Mut machst
Das Dunkle und Ungewisse
Zu entdecken
Mit dir wird die Nacht zur Schönheit
Besänftigend und beruhigend
Tröstend und labend
Heilend und weise
Zeigst du mir den Weg
Den einzigen, den ich suche
In deinem Licht
Wird er so klar
So einfach und geradlinig
Unter deiner Obhut
Wird das Leben so leicht.
Copyright S. Adameit

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