Autor: Sabine Adameit (Seite 133 von 156)

Mein kleines Leben

Mein Mann

Meine Katzen

Mein Auto

Mein Zuhause

Meins?

Unseres?

Wer gehört wem?

Was ist das für eine Bezeichnung?

Meins, seins, unseres?

Eine Gnade,

die uns geschenkt wurde.

Nie ist sie mein,

sie ist für mich,

für uns,

geliehen, geschenkt,

aber nie Besitz.

So viel Schönes,

so viel Gutes,

so viel Harmonie

ist zu viel

für einen kleinen Menschen,

wenn er das Leid

um sich herum sieht.

Ungerechte, grausame Welt,

die mir erspart bleibt,

weil ich in einem Land

geboren wurde,

das mir Freiheit erlaubt,

das im Frieden lebt.

Weil ich Eltern hatte,

die mich liebten,

alles für mich opferten.

Ich schließe die Tür

vor der schrecklichen Welt,

mupfel mich ein

in meinem Zuhause.

Das Böse,

das Schreckliche

lasse ich nicht hinein.

Ach, könnte es

doch jeder so handhaben.

Tür zu,

grausames Leben,

bleibe mir erspart.

Es bleibt,

tiefe Dankbarkeit,

für diese Gnade.

©Sabine Koss

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Im Namen der Liebe

…übernimmt man eben gerne diese Floskel,

man sieht sie überall,

man liest die Worte.

Und denkt,

so muss es sein,

weil es über Medien

publiziert wird.

Im Namen der Liebe?

Tust du mir weh,

missverstehst du mich,

denkst du,

es gibt nur einen Weg.

Meinst du,

es gibt nur deine Art von Liebe?

Geschieht so viel Unglück,

wird misshandelt, getötet.

Im Namen der Liebe

werden Tiere überfüttert,

geschlagen, getreten,

weil Erziehung muss wehtun,

werden Menschen kleingemacht,

niedergetrampelt, gedemütigt,

verleumdet und verbrannt.

Im Namen der Liebe findet

so viel Unglück statt,

wie in der Religion,

wenn sie denn fanatisch wird,

und sich entfernt,

von ihrer wahren Bedeutung.

Im Namen der Liebe,

erinnert euch,

es gibt nur eine Liebe,

die ist bedingungslos,

sie fordert nicht,

sie erwartet nichts,

sie ist einfach nur

Liebe.

©Sabine Koss

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Anne Frank

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Wenn still die Tränen rinnen,

kein Schluchzen,

nur tiefe Trauer,

so tiefer Schmerz.

Vor kurzem erlebte ich,

das Anne Frank-Oratorium,

das war so ein Moment,

da liefen die Tränen,

ungefragt, ungewollt,

vor lauter Schmerz,

vor lauter Hilflosigkeit,

was Menschen Menschen antun,

was Menschen erleben müssen,

und ich mich frage,

was bist du?

Mensch?

Wer bist du?

Was macht dich aus?

Du erhebst dich über alles,

ich finde keinen Grund.

Ich finde keine Entschuldigung.

Tränen rinnen, aber können nicht helfen,

nicht reinigen, nichts ändern.

Du fühlst,

sie zeigen deine Angst

deine Hilflosigkeit,

dein Unverständnis,

in einer Zeit,

in der sich nun alles wiederholt.

Nichts gelernt,

nichts verstanden.

Anne Frank,

du bist vergeblich gestorben.

©Sabine Koss

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