Autor: Sabine Adameit (Seite 80 von 156)

Ich habe Angst

Ich habe Angst
Wenn ich aufwache
Sind meine paar Habseligkeiten noch da?
Meine warme Jacke, meine Schuhe
Die ich so dringend brauche
Wenn ich wieder
Auf die Walz gehe
Wenn ich unter Menschen bin
Die mich verachten
Weil ich nicht lebe, wie sie
Weil ich mich dem Hamsterrad entzogen habe
Nicht der Norm entspreche
Nicht aussehe, wie sie
Ich habe Angst
Bei jedem Schritt
Den ich gehe
Ich verstecke mich
Ich weiche aus
Nur nicht auffallen
Bloß nicht anecken
Lasst mich doch
Einfach in Ruhe
Ich will doch nur
Mein kleines Leben leben
Ganz für mich
Was stört euch daran?
Ich tue niemandem etwas
Aber ihr fühlt euch bedroht
Nur weil es mich gibt
Nur weil ich keine Wohnung habe
Ihr nennt mich assozial
Haltet mich für gefährlich
Nur weil ich die Freiheit gewählt habe
Meine kleine Freiheit
Die ich mir jeden Tag
Hart erkämpfen muss
Ohne Absicherung
Ohne Wissen
Wie es morgen weitergeht
Ohne Bleibe, ohne Habe
Es gibt nur mich
Und meine Entscheidung
Ein anderes Leben
Zu führen, als ihr
Ich habe Angst
Einfach nur
Weil es mich gibt.
Ich habe Angst
Wenn ich schlafen gehe
Vor Menschen
Die ihren Hass an mir auslassen
Die mich beleidigen, erniedrigen
Schlagen, töten
Ich habe Angst
Weil ich anders bin.

Copyrights Sabine Adameit

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Wohin gehst du

Earth

Earth

Wohin gehst du

Freiheit
Chancengleicheit
Bildung
Kultur
Demokratie
Wir haben dich so schlecht behandelt
Mit Füßen getreten
Für selbstverständlich gehalten
Verlasse uns nicht
Es gibt so viele
Die dich zu schätzen wissen
Höre nicht auf die Krakeeler
Sie sind nicht die Mehrheit
Sie sind nur laut
Aber durch und durch hohl
Bleib bei uns
Achte nicht auf sie
Lass dich nicht beirren
Wir ehren dich
Und halten dich
Gib uns deine Kraft
Ohne dich
Sind wir verloren.
Copyrights Sabine Adameit

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Was für eine Zukunft

picsart_01-22-12-29-47

Was für eine Zukunft haben wir
Wenn uns die Vergangenheit einholt
Rassenhass und Holocaust
Keine Begriffe aus der Vergangenheit sind
Fremdem misstraut wird
Unbekanntes verdammt
Wissen nur noch per
Schlagzeilen geholt
Übergriffigkeiten an Frauen
Belächelt werden von Staatsoberhäuptern
Diplomatie ein Fremdwort ist
Religion zur Mordmaschinerie wird
Selbstdarsteller an die Macht kommen
Ohne Kultur, ohne politische Bildung
Wenn nur noch Geld regiert
Menschen das Sagen haben
Die über Leichen gehen
Sich selbst am Nahesten sind
Unwissende, Hilflose, Besorgte
Plakativ für sich vereinnahmen
Um sie dann noch hilfloser
Werden zu lassen
Ohne soziale Absicherung
Was für eine Zukunft erwartet uns
Wenn Barbaren an der Macht sind
Die narzistisch und egozentrisch
Parolen posaunen.
Diese Zukunft liegt
In der Vergangenheit
In der so schreckliche Fehler
Begangen wurden
Gott schütze uns.
Copyrights Sabine Adameit

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