Ich habe Angst

Ich habe Angst
Wenn ich aufwache
Sind meine paar Habseligkeiten noch da?
Meine warme Jacke, meine Schuhe
Die ich so dringend brauche
Wenn ich wieder
Auf die Walz gehe
Wenn ich unter Menschen bin
Die mich verachten
Weil ich nicht lebe, wie sie
Weil ich mich dem Hamsterrad entzogen habe
Nicht der Norm entspreche
Nicht aussehe, wie sie
Ich habe Angst
Bei jedem Schritt
Den ich gehe
Ich verstecke mich
Ich weiche aus
Nur nicht auffallen
Bloß nicht anecken
Lasst mich doch
Einfach in Ruhe
Ich will doch nur
Mein kleines Leben leben
Ganz für mich
Was stört euch daran?
Ich tue niemandem etwas
Aber ihr fühlt euch bedroht
Nur weil es mich gibt
Nur weil ich keine Wohnung habe
Ihr nennt mich assozial
Haltet mich für gefährlich
Nur weil ich die Freiheit gewählt habe
Meine kleine Freiheit
Die ich mir jeden Tag
Hart erkämpfen muss
Ohne Absicherung
Ohne Wissen
Wie es morgen weitergeht
Ohne Bleibe, ohne Habe
Es gibt nur mich
Und meine Entscheidung
Ein anderes Leben
Zu führen, als ihr
Ich habe Angst
Einfach nur
Weil es mich gibt.
Ich habe Angst
Wenn ich schlafen gehe
Vor Menschen
Die ihren Hass an mir auslassen
Die mich beleidigen, erniedrigen
Schlagen, töten
Ich habe Angst
Weil ich anders bin.

Copyrights Sabine Adameit

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1 Kommentar

  1. Friedrich ohne K

    2. Mai 2018 at 17:15

    Hallo biene,

    das hast du sehr schön geschrieben und das bild ist einfach wie immer passend dazu…du weisst es juckt mich immer in den fingern ..wenn was so passend auch auf mich zutrifft dann ein paar zeilen dazu schreiben zu wollen….

    Gut so ganz betrifft es mich ja nicht …denn ich habe auch die höhen des lebens erleben dürfen ..und so kenn ich beides ….

    Um auf den Punkt zu kommen ..was die tiefen anbelangt ..so sag ich heute mit stolz das ich froh bin diese zeiten mitmachen zu dürfen..denn meine heutige zufriedenheit ..stammt aus dieser zeit …..

    Es sind für mich nicht die höhen ..der reichtum …und was weis ich die mich befriedigen..im gegenteil es ist die sicht der armut und der verzicht ..der mir meinen innerlichen reichtum bescherte…

    vielleicht hilft dir mein satz den ich damals prägte ..um nach zu denken…

    „Im Verzicht liegt der wahre Gewinn“ Friedrich ohne K im Januar 2008

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