Schlagwort: Leben (Seite 29 von 30)

Zukunft

Der erste Schritt,

unbeholfen,

immer mit Stolpern verbunden,

führt zum Fall.

Der zweite Schritt,

zaghaft, behutsam,

manchmal gelingt er.

Der dritte Schritt,

überlegt und wohl gesetzt,

viel wagender und

von Erfolg gekrönt.

Aus Schritten entsteht der Gang,

schwankend erst,

behutsam,

dann bedacht und aufrecht.

Mutig setze ich

Schritt vor Schritt,

immer wieder neu.

Der Gang hinein

ins Unerforschte,

Unbekannte,

in eine Zukunft,

die ich gestalte,

die geschrieben steht,

schon lange,

bevor ich sie kenne.

©Sabine Koss

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Mein kleines Leben

Mein Mann

Meine Katzen

Mein Auto

Mein Zuhause

Meins?

Unseres?

Wer gehört wem?

Was ist das für eine Bezeichnung?

Meins, seins, unseres?

Eine Gnade,

die uns geschenkt wurde.

Nie ist sie mein,

sie ist für mich,

für uns,

geliehen, geschenkt,

aber nie Besitz.

So viel Schönes,

so viel Gutes,

so viel Harmonie

ist zu viel

für einen kleinen Menschen,

wenn er das Leid

um sich herum sieht.

Ungerechte, grausame Welt,

die mir erspart bleibt,

weil ich in einem Land

geboren wurde,

das mir Freiheit erlaubt,

das im Frieden lebt.

Weil ich Eltern hatte,

die mich liebten,

alles für mich opferten.

Ich schließe die Tür

vor der schrecklichen Welt,

mupfel mich ein

in meinem Zuhause.

Das Böse,

das Schreckliche

lasse ich nicht hinein.

Ach, könnte es

doch jeder so handhaben.

Tür zu,

grausames Leben,

bleibe mir erspart.

Es bleibt,

tiefe Dankbarkeit,

für diese Gnade.

©Sabine Koss

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Im Namen der Liebe

…übernimmt man eben gerne diese Floskel,

man sieht sie überall,

man liest die Worte.

Und denkt,

so muss es sein,

weil es über Medien

publiziert wird.

Im Namen der Liebe?

Tust du mir weh,

missverstehst du mich,

denkst du,

es gibt nur einen Weg.

Meinst du,

es gibt nur deine Art von Liebe?

Geschieht so viel Unglück,

wird misshandelt, getötet.

Im Namen der Liebe

werden Tiere überfüttert,

geschlagen, getreten,

weil Erziehung muss wehtun,

werden Menschen kleingemacht,

niedergetrampelt, gedemütigt,

verleumdet und verbrannt.

Im Namen der Liebe findet

so viel Unglück statt,

wie in der Religion,

wenn sie denn fanatisch wird,

und sich entfernt,

von ihrer wahren Bedeutung.

Im Namen der Liebe,

erinnert euch,

es gibt nur eine Liebe,

die ist bedingungslos,

sie fordert nicht,

sie erwartet nichts,

sie ist einfach nur

Liebe.

©Sabine Koss

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Jetzt!

 

machen wir alles anders,

haben wir endlich gelernt,

aus schmerzlichen Erfahrungen,

dummen Fehlern

unserer Gedankenlosigkeit,

unserem Egoismus.

Jetzt denken wir an uns,

jeder an den Anderen,

jeder an sich.

Jetzt sagen wir,

was mir meinen,

zeigen, was wir fühlen,

stehen zu uns

und unserer Liebe.

Jetzt lassen wir uns ein,

auf den Anderen,

auf unsere Bedürfnisse.

Jetzt sind wir uns wichtig,

jeder für sich,

jeder für unsere Gemeinsamkeit.

Jetzt ist es unsere Entscheidung,

sich noch einmal einzulassen,

noch einmal den Mut zu finden,

zu einem wahren Miteinander,

nach all den Tiefschlägen.

Jetzt haben wir ein Zuhause,

in uns, im Partner.

Alter ist kein Rückschritt,

es ist die Kunst,

Vergangenes anzunehmen

und zu lernen.

Immer wieder,

Altbekanntes neu zu gestalten,

behutsam miteinander umzugehen

sich nicht wieder in alten Spuren

zu verlaufen und alte Wunden zu pflegen.

Jetzt fangen wir an,

mit Altem zu brechen,

uns loszusagen vom Fluch der Gewohnheit.

Jetzt geben wir dem Neuen Gestalt.

Jetzt ist es soweit!

©Sabine Koss

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Leben

So viele Leben
musste ich
leben, erdulden,
erleiden, gestalten,
formen und ertragen.

So viel Schreckliches,
manchmal Unerträgliches,
oft Verhasstes, Grausames,
Unmenschliches und Ungeliebtes
mitansehen.

Manchmal durfte ich helfen,
oft musste ich akzeptieren,
dass Dein Wille unergründlich,
Menschen so oft
einfach unmenschlich
und erbarmungslos sind.

Dieses zu akzeptieren fällt so schwer,
lässt verzweifeln,
im Glauben schwanken.
Du hast mir das Wichtigste
in meinem Leben genommen,
den einzigen Halt,
den du mir auf diesem
schweren Weg gabst.

Eltern, einfach nicht mehr da,
einfach aus dem Herzen gerissen,
kein warmes Lächeln mehr,
kein so tief verstehender Blick,
der keiner Worte bedurfte.
Keine Stimme mehr,
bei der man am Klang erkannte,
wie es ihr geht,
wie es ihm geht.

Fast nicht zu ertragen,
dieser Schmerz,
nun ganz allein auf deiner Welt zu sein.

Und dennoch
Ließest du mich nie alleine.
Immer hast du mir
jemanden geschickt,
der mir in schwierigen Momenten,
in meiner Verzweiflung,
in meiner Hoffnungslosigkeit,
in meiner Trauer,
in meiner Einsamkeit,
begegnet,
meine Hand hält,
mich auf seinen Schultern trägt,
wie du es
so oft getan hast.

Du hast mir
in diesem Leben
so viel genommen,
unendlich vieles gegeben.
So lange alleine,
so oft hilflos,
keine Idee,
wie es weitergeht,
dann zeigtest du mir
die Tür.

Eine große schöne,
viel schöner,
als die,
welche sich unter Schmerzen schloss.
Einfach ertragen, handeln,
sich wehren, erdulden,
akzeptieren und glauben,
das ist der Weg,
der unser Leben,
auch wenn es noch so schwierig ist,
zum Größten
und Schönsten,
mich unendlich dankbar,
macht.

©Sabine Koss

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