Kategorie: Lyrics (Seite 34 von 67)

Ein bißchen Frieden

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Little big world

Weihnachten 1944
(Als ich keinen Urlaub bekam)

Wenn es in der Welt dezembert
und der Mond wie ein Kamembert
gelblich rund, mit etwas Schimmel
angetan, am Weihnachtshimmel
heimwärts zu den Seinen irrt
und der Tag stets kürzer wird –
sozusagen wird zum Kurztag –
hat das Christkindlein Geburtstag!

Ach, wie ist man dann vergnügt,
wenn man einen Urlaubt kriegt.
Andrerseits, wie ist man traurig,
wenn es heißt: „Nein, da bedaur ich!“

Also greift man dann entweder
zu dem Blei oder der Feder
und schreibt schleunigst auf Papier
ein Gedicht, wie dieses hier:

Die Berge, die Meere, den Geist und das Leben
hat Gott zum Geschenk uns gemacht;
doch uns auch den Frieden, den Frieden zu geben,
das hat er nicht fertiggebracht!

Wir tasten und irren, vergehen und werden,
wir kämpfen mal so und mal so …
Vielleicht gibt’s doch richtigen Frieden auf Erden?
Vielleicht gerade jetzt? – – Aber wo? …

Heinz Erhardt

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Der Fluch des Bösen

Evil I

Sogar in diesen schrecklichen Zeiten
Steht wieder einmal Weihnachten vor der Tür.
Unermüdlich, wie in jedem Jahr,
Schmücken wir unser Heim
Besinnen uns auf das Wichtige im Leben,
Auf die Familie, den Zusammenhalt, die Liebe.
Jedes Jahr fällt es schwerer.
Terror und Gewalt beherrschen die Welt
Und wir sehen hilflos zu.
Wir helfen, wo wir können.
Wir spenden und unterstützen,
Wir wehren und engagieren uns,
Wenn Hass, Neid und Missgunst,
Dummheit und Ignoranz,
Gewalt und Terror
Den Alltag beherrschen.

Auch dieses Jahr hoffe, wünsche, bete ich,
Dass endlich Friede auf Erden werde.

Wann wird die Menschheit endlich erlöst
Von dem Fluch des Bösen.

 

Copyright Sabine Adameit

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Wach auf !

Mercy

Zerstörung

Wie jeden Morgen hat er es eilig. Ein Kaffee im Stehen, den Toast im Gehen. Ein flüchtiger Kuss, er muss seinen Sohn noch ins Internat bringen. Ein wichtiges Geschäft wartet auf seinen Abschluss. Die Kollegen warten schon, die Verhandlungen können beginnen. Ein feudales Mittagessen wird die Vertragskonditionen schmackhaft machen. Schnell bringt er danach noch seine Kleine zum Reitkursus. Wenn es klappt, wird er ihr das heißersehnte Pferd kaufen. Schmunzelnd überfliegt er den Artikel aus „Die Zeit“: „Die Ausfuhren von Rüstungsgütern steigen weiter an. Im ersten Halbjahr waren sie 500 Millionen Euro teurer als im Vorjahreszeitraum. 2015 gab es bereits eine Verdopplung.“

Die Anwälte geben grünes Licht. Es wird eine lange Nacht. Die Kunden wollen sich amüsieren. Es endet, wie so oft, in dem bekannten Edelbordell. Welch ein Erfolg! Ein Milliardengeschäft ist unter Dach und Fach. Er ist sehr stolz auf sich. Er beherrscht sein Metier, wie kaum ein anderer.

Er hält sein brüllendes Kind im Arm. Er rennt um sein Leben. Um ihn herum ein infernalisches Getöse. Die Einschläge scheinen ihn zu verfolgen. Die Hitze und der Qualm sind unerträglich. Sein Haus ist zerstört. Seine Frau und seine Söhne wurden verschüttet. Keine Hoffnung, dass sie noch am Leben sind. Er kann ihnen nicht mehr helfen. Jetzt geht es nur noch um die Kleine. Die Granatsplitter haben den Arm seiner Tochter zerschmettert. Er hat sie aus den Trümmern gezogen. Sie lag weinend neben ihrem in tausend Stücke zersplitterten Holzpferdchen, das er ihr geschnitzt hatte. Mit ihren drei Jahren schreit sie sich die Seele aus dem Leib, vor Angst und Schmerzen, bis sie bewusstlos wird.

Wach auf, du darfst nicht einschlafen! Wach auf, mein Kind!

Copyrights Sabine Adameit

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Es weihnachtet sehr

Die Waffenlobby zieht Bilanz
Es war das beste Jahr seit langem
Die Zahl der Analphabeten in Europa
Ist auch ohne Dunkelziffer erbarmungswürdig hoch
Für Bildung gibt es nicht genug Geld

Zivilisten in Kriegsgebieten werden
Erbarmungslos bombardiert
Flüchtlinge sterben auf der Flucht
In unsicheren überfüllten Schlepperbooten
Täglich, zu Hunderten

Jeden Sonntag zünden wir nun eine Kerze an
Feiern die Adventszeit
Zelebrieren das Fest
Des Friedens und der Liebe
Unter den Menschen

Das Fest des Erlösers
Das Fest der Christen
Wird auch gefeiert von Mördern.
Copyrights Sabine Adameit

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Mein Papa

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Power

Dein ganzes Leben lang
Hast du gekämpft
Anfangs als Jugendlicher im Krieg
Später für deine Existenz und
Für deine Familie
Im Job hochgekämpft
Bist dir dennoch
Immer treu geblieben
Ein hartes Leben
Das dich immer stärker machte
Endlich von Erfolg gekrönt
Nach harten Zeiten als
Unerwünschter Flüchtling
Beschimpft als Pollak als Nichtsnutz
Hast für dein Land gekämpft
Als Ostpreusse
Nur um beleidigt und erniedrigt zu werden
Hast nicht aufgegeben
Hast dich nicht von Schwiegereltern irritieren lassen
Die dich nicht akzeptierten
Weil du ganz von vorne anfangen musstest
Nach deiner Kriegsverletzung
Hast gekämpft für deine Familie
Hast dein Ziel erreicht
Dich in gehobener Position nie bestechen lassen
Was für ein Leben
Immer nur für und an
Andere gedacht
Du und deine Kraft
Ihr fehlt mir so
Mein Papa
Copyrights Sabine Adameit

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